Haselmaus

20.12.2022

Kletterkünstler in der Strauchschicht

Die Haselmaus ist keine Maus im eigentlichen Sinne sondern der kleinste Vertreter europäischer Bilche und damit ein Verwandter des Siebenschläfers. Weil Haselmäuse eine sehr versteckte Lebensweise führen und nur in der Dämmerung und Nacht aktiv sind, bleiben sie vom Menschen meist völlig unbemerkt. Ihr Lebensraum in naturnahen Wäldern und artenreichen Feldgehölzen ist geprägt durch dichten Pflanzenwuchs und ein hohes Versteckreichtum. Solch einen Lebensraum findet die Haselmaus auch in Trostberg im Stadtteil Pechlerau, im Auwald an der Alz. Dieser wurde in diesem Jahr im Rahmen des Hochwasserschutzes leider stark verkleinert und als Ausgleich 50 neue Nistplätze für Haselmäuse geschaffen, die für eine Dauer von 10 Jahren hängen bleiben. Diese Haselmauskobel dienen als Schlafplatz oder der Jungenaufzucht. Zusätzlich werden noch ca. 250 Sträuchern (z.B. Schlehe, Hasel, Brombeere), die von der Haselmaus benötigte Nahrungskomponenten (Pollen, Nektar, fettreiche Samen und Früchte) über die gesamte Aktivitätszeit hinweg zur Verfügung stellen, gepflanzt.

Die Outdoor-Klassen der Jahrgangsstufe 6 sahen die vielfältigen Rodungsmaßnahmen und auch die Flussverbreiterung der Alz bei ihrer Winterwanderung in die Perchlerau. Dort angekommen erklärten die Förster Lukas und Helmut nicht nur die Umbaumaßnahmen für den Hochwasserschutz, sondern auch die Bedeutung des wertvollen Auwaldes mit all seinen Bewohnern. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Haselmaus gelegt, für die ein langer Winterschlaf typisch ist.

Winterwald
Winterwald
 

Nahezu die Hälfte eines Jahres (November – April) verbringt sie im Winterschlaf in einem Nest am Boden, weshalb sie auch „Schlafmaus“ genannt wird. Eingerollt wie eine Kugel und bewegungsunfähig zehrt sie bei stark eingeschränkten Körperfunktionen über Monate von den Fettreserven, die sie sich im Sommer angefressen hat. Herzschlag und Atmung sind stark verlangsamt – zwischen zwei Atemzügen können bis zu elf Minuten liegen! Sie senken zudem die Körpertemperatur auf knapp über 0° C.

Weitere Überwinterungsstrategien von Winterruhe, Winterstarre und Winterflucht wurden an konkreten Beispielen mit Lukas besprochen. Während der Wanderungen wurde allerlei Wissenswertes über die Tiere im Winterwald vermittelt und dabei auch die Unterschiede beim Schalenwild nähergebracht. Vorbei an einem der vielen Haselmauskobel ging es weiter in den Auwald mit seinen Besonderheiten. Auf die Frage, warum einige der Kobel mehrere Einschlupflöcher haben, erklärten die Förster, dass dies das Werk eines Spechtes sei. Dieser versucht so an die im Winterschlaf befindlichen Haselmäuse zukommen, denn diese stehen im Winter auch auf dem Speiseplan dieser Vögel.

Winterwald
Winterwald
 

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